Wer sind Sie?
Ich bin Dr. Peter Sabel, 65 Jahre, und ich wohne in Großholbach. Ich bin hier im Ort aufgewachsen und kenne somit die Gegend. Beruflich war ich als Lehrer und Schulleiter tätig. Mein Schwerpunkt lag unter anderem auf der Umweltbildung. Hierbei durfte ich bereits vor 20 Jahren die ersten Schulen in Rheinland-Pfalz betreuen, die sich dem Thema Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien widmeten. Dadurch konnten die ersten schulischen PV-Anlagen realisiert werden. Die Einnahmen aus der Stromerzeugung konnten die Schulen für die Unterstützung ihrer Schülerinnen und Schüler für weitere Bildungsprojekte nutzen – das hat mich sehr gefreut.
Wo und wie wohnen Sie?
Seit 1998 besitze ich ein Mehrfamilienhaus, bei der ich in einer der Wohnungen lebe. Das Gebäude wurde im Jahr 1998 erbaut und ist aktuell nicht gedämmt. Im Gebäude gibt es 3 Wohnungen und 5 Personen wohnen zurzeit hier.
Was haben Sie an Ihrem Haus verändert, um es klimafreundlicher zu machen?

Im Jahr 2008 habe ich meine erste PV-Anlage in Betrieb genommen. In den Jahren 2019 und 2023 folgten zwei weitere – eine auf der Garage und eine weitere auf einem anliegenden Gebäude. Seit 2024 nutze ich zudem einen Batteriespeicher, um den überschüssigen Strom meiner PV-Anlagen für den späteren Tagesverlauf bzw. die Nacht zu nutzen. Die nächsten Investitionen sind für mich der Austausch des Heizsystems. Derzeit befindet sich eine Ölzentralheizung im Haus. Diese möchte ich durch eine Wärmepumpe ersetzen. Zusätzlich möchte ich ein E-Auto erwerben. Die dazu passende Wallbox besitze ich schon. Insbesondere das bidirektionale Laden finde ich einen hochspannenden Aspekt – es ermöglicht Elektroautos, Strom nicht nur zu laden, sondern auch wieder abzugeben. Im Hinblick auf die Stabilisierung des Stromnetzes ist dies zukünftig ein wichtiger Aspekt. Grundsätzlich möchte ich eine smarte Steuerung meiner Energieanlagen und Energiesysteme weiter ausbauen. Dies ist etwas Tolles und kann zusätzliche Kosten einsparen.
Was hat Sie motiviert, diese Maßnahmen umzusetzen?
Meine Motivation ziehe ich zum einen aus meiner ehemaligen Tätigkeit als Lehrer und den Umweltbildungsprojekten. Zum anderen hat man in den vergangenen Jahren gemerkt, welche finanziellen Auswirkungen ein Ereignis wie der Ukraine-Krieg oder die momentane Irankrise auf die Energiekosten im Eigenheim haben kann. Insbesondere als die Stromkosten beinahe 50 Cent die kWh gekostet haben, konnte meine PV-Anlage für wenige Cent die kWh produzieren. Jede kWh an Energie, die ich selbst produziere, spart bares Geld.
Welchen Tipp haben Sie für andere Menschen?
Das Thema der erneuerbaren Energien im Eigenheim muss man als langfristige Investition verstehen. Bürgerinnen und Bürger müssen für sich erkennen, wie viel Strom und Wärme sie verbrauchen und wie durch die Umstellung der Energieversorgung Geld gespart werden kann. Würde man dieses Invest mit dem Aktienmarkt vergleichen kann man von jährlichen Renditen von bis zu 10% sprechen – „Wo gibt es sowas denn heute noch?“ sagt Herr Sabel schmunzelnd.


